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Bondage

Der Wille, das Spiel mit dem Willen auszuprobieren, ist größer denn je! Seit Christian Grey die Grenzen zwischen Lust, Macht und prickelnder Erotik durch die harte aber herzliche Verführung von Anastasia Steele zu Sehnsuchts-Phantasien von Millionen Frauen – und Männern – verschwimmen ließ, boomt das Interesse an Bondage.

Kein Wunder, denn das Spiel aus Macht und Dominanz, Verführung und Hingabe treibt Körper und Verstand an ganz neue Grenzen – und somit zu neuen Höhepunkten und ungeahnten Leidenschaften.

Und nicht nur das: Viele erfahrene Bondage-Liebhaber schätzen auch ganz neue Arten von Verbindung und Verständnis für einander.

Wie ihr auch dorthin kommt?

Das habt Ihr gefälligst hier zu lesen!

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Bondage ist eine besondere Form von BDSM, also von Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism – zu Deutsch: Fesselspiele, Disziplin, Dominanz, Unterwerfung, Sadismus und Masochismus.

Das Wort Bondage bedeutet so viel wie Knechtschaft und trifft damit genau den lustvollen Kern der Sexpraktik:

Beim Bondage dominiert eine Person verbal und körperlich eine andere, die sich unterwürfig allen Verführungen, Liebesspielen und Bestrafungen des sogenannten „Top“ oder „Dom“ hingibt. Der „Bottom“ oder „Sub“ genießt dabei das Ausgeliefert sein und den Kontrollverlust durch Fixierungen und Einschränkungen der eigenen Bewegungsfreiheit. Beide Rollen können natürlich von beiden Geschlechtern ausgelebt werden! Wir nennen sie hier ganz allgemein einfach „der Dom“ und „der Sub“.

Der Phantasie sind dabei keine Grenzen Gesetzt: Seidentücher, Handschellen, Fesseln, Knebel oder spezielle Bondage-Toys lassen kreativen Spielraum.

Bei aller Euphorie zum „harten Rannehmen“ auf beiden Seiten ist auch Vertrauen ganz wichtig! Besonders um die gemeinsamen Grenzen der Lust auszutesten und diesen besonderen, irgendwie verbotenen Reiz voll auskosten zu können.

Von gefesselten Handgelenken bis zu komplexen Ganzkörper-Fixierungen, die meist besonders ästhetisch sind, weil sie die entscheidenden Körperregionen besonders in Szenen setzen und zugänglich machen, ist alles „machbar“. Im Liegen, im Stehen oder sogar hängend wie beispielsweise beim Suspension-Bondage – was aber definitiv nichts für Beginner ist! 

Bondage fängt grundsätzlich da an, wo ein Partner etwas von seiner Kontrolle abgibt und sich und seine Ekstase komplett in die Hände einer dominanten Person legt.

Ab diesem Punkt ist von einem sanften Spiel mit Federn an Brustwarzen, Penis, Po oder Vagina bis hin zu heißem Wachs, Spanking und Elektro-Stimulation alles drin, was beide Partner so richtig in Fahrt bringt.     

 

Beliebte Bondage-Stellungen

Erste Fesselversuche beleben jedes Vorspiel ungemein und lassen erahnen, was einen in der tiefen Welt des Bondage noch alles erwartet...

Mit diesen Stellungen kann man wunderbar in aufregende Fesselerfahrungen starten:

  • Hogtie: Der Sub liegt auf dem Bauch, die Hände sind hinter dem Rücken an die Fußgelenke gefesselt.

  • Spread Eagle: Der sub liegt auf dem Rücken und Hände und Füße sind sternförmig an Bettpfosten oder Ähnliches gefesselt.

  • Strapado: Der Sub Kniet und die Hände sind hinter dem Rücken fixiert.

Fazit: Es ist angerichtet! ;-)

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Soft Bondage – also „soft“

Nicht überall, wo soft draufsteht... Beim Soft Bondage werden gerne Handschellen, Seile oder Bondagetape zum Fesseln benutzt, die dem „Sub“ meist noch einen Hauch von Bewegungsfreiheit lassen. Auch darin liegt ein besonderer Reiz, da trotz des Bondage-Feelings von Macht und Unterwerfung noch sehr viele Stellungen und Penetrationsvariationen möglich sind – aber natürlich nur die, die der „Dom“ erlaubt.

Gerade für Einsteiger ist Soft Bondage als prickelndes Vorspiel-Upgrade interessant! Zum Beispiel um erste Fessel-Versuche an Bettpfosten und Möbeln oder erstmal nur an den Händen und Füßen zu wagen.

Auch die Intensität des Dominierens und der zugefügten Schmerzen lässt sich beim Soft Bondage gut und langsam steigern. Sex-Toys und Bondage-Werkzeuge wie Gerten, Spreizstangen oder Augenbinden dürfen hier aber durchaus schon eine Rolle spielen! 

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Hard Bondage – das Ende der Schonzeit

Bevor man spürt, dass man beim Hard Bondage angekommen ist, sieht man es schon. Es lebt von lustvollen Toys, Bondage-Werkzeugen, Riemen, Knebeln, Lack und Leder. Der Reiz liegt in der totalen Aufgabe und Wegnahme jeglicher Bewegungs- und Handlungsfreiheit. Auch in Sachen Schmerz, Härte und dem sprichwörtlichen Ton werden einige Gänge hochgeschaltet – und die Lust steigt automatisch mit!

Gerade, weil es härter zur Sache geht, ist ein Rahmen aus Vertrauen und einem Safeword umso wichtiger.

Ganzkörperanzüge – sogenannte Catsuits – mit verschließbarer Kopfhaube aus Latex oder Leder, Mundknebel und sogar ganze Räume mit speziellem Bondage-Mobiliar unterscheiden den Hard Bondage-Enthusiasten vom „Softy“.           

Wer sich ohne Eigenheim-Umbau an Hard Bondage versuchen will, findet dafür unzählige Clubs in ganz Deutschland – mit oder ohne „Betreuung“.  

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Spanking – Fifty shades of blue

Ob Hard oder Soft Bondage, das Spanking – Po versohlen – ist in allen möglichen Härtegraden eine sinnliche Bestrafung. Und perfekt für Vorspiele und Lustschmerz-Tests. Es macht mit der flachen Hand oder diversen Hauwerkzeugen spaß. Aber nicht gleich übertreiben, sonst gibt’s blaue Flecken!

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Typisch Japanisch, Handwerks-Techniken zur absoluten Perfektion zu pushen und fast schon eine Art Wissenschaft daraus zu machen. Beim Fesseln ist das nicht anders: Unzählige Shibari-Techniken reichen von einfachen Knoten bis zu komplexen und anspruchsvollen Ganzkörperfixierungen.

Shibari dient nicht nur der Immobilisierung von devoten Personen, sondern wird auch bewusst ästhetisch ausgeführt und stellt in Japan eine eigene Kunstform da. Die gefesselte Person wird zum Kunstobjekt.

Dabei inszeniert der Fesselkünstler, der „Rigger“, bestimme Körperteile und -regionen sehr erotisch, macht den Lustschmerz sichtbar und/oder fixiert die unterwürfige Person, „das Bunny“, in besonderen Stellungen. 

Ein gewisses Risiko bestimmt den Reiz maßgeblich mit – aber der größte Lustgewinn steckt genau darin, kurz unterhalb kritischer Grenzen zu bleiben. So wird’s länger, intensiver und erfüllender für beide Seiten.

Die drei wichtigsten Basics dafür sind:


Safeword

Legt vorher unbedingt ein Safeword fest, um unangenehme und schmerzhafte Erlebnisse zu vermeiden! Überschrittene Grenzen hinterlassen meist nicht nur außen Narben. Kleiner Tipp: Nehmt nicht sowas wie „Härter!“ oder viel zu komplizierte Worte.

Safety First für mehr Lust: Zu wissen, dass man es jederzeit beenden kann, lässt einen oft entspannter an „härtere“ Grenzen gehen.

 

Reden

Kommunikation spielt nicht nur beim Dominieren und Demütigen eine große Rolle, sondern vor allem schon davor. Sprecht erstens darüber, ob ihr beide überhaupt Lust darauf habt und auch darüber, wie weit ihr euch etwas vorstellen könnt. Steigern kann man sich immer, aber fürs Ausbremsen kann es schnell mal zu spät sein.

Bleibt auch während der ersten Bondage-Versuche noch etwas intensiver im Gespräch. Mit etwas Routine macht ihr dann alles über Körpersprache: Ein wahnsinnig intimes Erlebnis!

 

Slap-by-Slap: Langsam steigern!

Selbst verbundene Augen oder Hände können für Bondage-Neulinge in beiden Rollen schon ein gesteigertes Lustempfinden auslösen. Bondage will gelernt sein, sonst wird es nicht das, was man sich erhofft. Es ist noch kein Christian Grey vom Himmel gefallen. Apropos fallen lassen: Eine Komfortzone ist für Dom und Sub wichtig, um in der jeweiligen Rolle perfekt aufgehen zu können. Verlasst die Zone auf jeden Fall immer wieder, aber eben in bewussten Schritten – und genießt jeden davon! 

 

Wer den klassischen Weg gehen möchte und mehr auf Seile als auf Handschellen steht, sollte diese drei verführerischen Grundknoten kennen:

  • Kreuzknoten – verbindet zwei Seile und lässt sich leicht wieder lösen.
     
  • Achterknoten – zur Absicherung von Seilenden und Knoten in der Mitte eines Seils.
     
  • Palstek – zum Knüpfen einer festen Schlaufe, um beispielsweise die Hände zu fesseln.
Knotenarten_BDSM

 

Bondage-Seile

Sie sollten aus unbehandelten Naturfasern und nicht zu elastisch sein, sonst schnürt man beim Fesseln die Gliedmaßen meist zu stark ab. Eine kleine Runde im Trockner oder etwas Körper-Öl machen sie hautverträglicher und besonders geschmeidig. Beim Kauf gilt: Lieber Sex-Shop statt Baumarkt!  

Tipp: Lasst beim Schnüren um Gelenke und Co. immer einen knappen Finger breit Spielraum. 

 

Bondage-Tape

Bondage-Tape, das nur auf sich selbst haftet, aber nicht am Körper. Damit kann man sich als Einsteiger ebenfalls richtig gut am manuellen „Verpacken“ des Partners ausprobieren.

 

Bondage-Handschellen & Fesseln

Damit hat der „good Cop“ Pause: Handschellen und Fesseln sind perfekt, um schnell und unkompliziert die Machtpositionen zu klären und den Sub in eine unterwürfige Position zu bringen. Ob hinterm Rücken oder am Bettpfosten: Sie sollten nie zu eng anliegen.

Handschellen und Fesseln gibt es allen erdenklichen Materialien, Farben und Ausführungen: Von Gothik bis Plüsch. Oftmals sind sie auch Teil eines Sets und lassen sich später noch ganz einfach mit komplexeren Toys und Tools erweitern. 

 

Catsuits & Co – Bondage Kleidung

Spezielle Kleidung ist vor allem für den Sub interessant. Das wohl bekannteste Kleidungsstück ist der Catsuit: Ein Einteiler aus Latex oder Leder, der mit reizvollen Öffnungen, Ösen für Fesselungen und Hauben für Gesichtsverhüllungen variiert. Oftmals ist er mit Reißverschlüssen versehen, so dass der Dom bestimmen kann, was den Sub wann und vor allem wo erwartet – und was er sehen oder erleben darf.    

Das verführerische Sortiment an Bondage-Kleidung reicht von Slips mit Analdildos bis zu handgeknüpften Seil-Bodys – es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt. Eine Erkundungs-Tour in Shops und auf Blogs lohnt sich.

 

Sexspielzeug für Bondage

Die Auswahl ist so groß, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll – aber aufhören will man bestimmt nicht!

Dildos, Plugs und Liebeskugeln lassen sich genauso lustvoll einsetzen wie Reitgerten, heißes Wachs oder Nippelklemmen. Entscheidend ist, wo man damit hinwill – und wie hart der Weg sein darf.

Besondere Spannung bietet sprichwörtlich Sexspielzeug mit Elektro-Stimulation!

Lustvoll prickelnde Impulse, die sich am und vor allem im Körper zu einem pulsierenden Macht-Hingabe-Gefälle aufbauen lassen. Das bringt Dom und Sub vom Vorspiel bis zum Höhepunkt völlig in Ekstase. Die ungefährlichen, aber extrem lustvollen Elektroimpulse geben dem Dom viel Macht, die sich leicht in aufregenden Intervallen dosieren lässt. Und der Sub verliert sich garantiert auch in dieser intensiven Stimulation. E-Stim Toys gibt es in verschiedenen Variationen – von kompakt und speziell bis komplex und vielseitig.  

 

Natürlich gibt es Risiken – aber die sind ja, neben dem sinnlichen Spiel aus Macht und Hingabe, auch irgendwie ein gewollter Bestandteil des BDSM-Kultes. Als spannender Nervenkitzel, der die Lust rauskitzelt.

Aber eben nur soweit, wie man das Risiko auch wirklich kalkulieren kann – das gilt besonders für den Dom. Erlaubt ist grundsätzlich nur, was Beiden gefällt!

Die in der ganzen BDSM-Szene anerkannten Grundregeln SSC – „Safe, Sane and Consensual“ – die übersetzt „Sicher, bedacht und einvernehmlich“ bedeuten, sollten ohne Ausnahme als Grundregeln gelten.

Der Körper ist oft selbst der beste Guide: Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen „geilen“ Schmerzen, also Lustschmerz, und total unangenehmen Schmerzen durch euphorisches Überstürzen oder amateurhaftes Verhalten.

Absolute No-Gos sind:

  1. Kein Safeword festgelegt!
  2. Knebel und Spiele, die die Atmung beeinträchtigen!
  3. Zu fest geschnürte Seile, zu fest angelegte Handschnellen, Riemen oder Tapes.
  4. Stellungen von Gliedmaßen, die so nicht lange auszuhalten sind, aber schwer lösbar verschnürt sind. 
  5. Ein Glas „Mut-Wein“ zu viel, dass eure Wahrnehmung und Hemmschwellen völlig verzerrt.  

Nehmt euch unsere Tipps auf jeden Fall zu Herzen und geht einfühlsam vor.

 

Kaltes Wasser kann beim Bondage sehr anregend sein, aber man muss ja nicht unbedingt zusammen reinspringen!

Viele Sex- und BDSM-Experten bieten professionelle Bondage-Kurse für Anfänger an, die man als Gruppen, Einzelpersonen oder Paare belegen kann. Traut euch an Kurse ran, dann traut ihr euch später mehr. Und verliert zum Beispiel nicht durch Missgeschicke, kleinere Verletzungen oder Pannen die mühsam aufgeladene, sexuelle Spannung – die das alles ja so besonders und aufregend macht.    

So oder so: Habt euch lieb, nehmt euch hart ran und genießt eure Rollen!