Frauen stehen nicht auf Technik: sie lieben sie! Denn neben leidenschaftlicher Hingabe macht die richtige Technik beim Lecken den entscheidenden Unterschied. Sie ist sozusagen das sprichwörtliche Zünglein an der Waage – und an der Vagina. Es gibt dabei nicht unbedingt nur die eine perfekte Technik für jede Leckerin, jeden Lecker und jede Geleckte, aber ein paar sehr wichtige Punkte, die viele Höhepunkte garantieren.

Wenn du denkst, dass deine orale Performance einem durstigen Bernhardiner am Wassernapf ähnelt – oder du wissen willst, warum fünf gefüllte Windbeutel fünf gute Trainingseinheiten sind, dann lies diese Leck-türe!

Cunnilingus ist der Fachbegriff für Oralverkehr, der mit, an, um und in den primären weiblichen Geschlechtsorganen stattfindet – kurzum: Pussy-Lecken. Das Wort setzt sich aus dem lateinischen cunnus für „weibliche Scham“ und lingua für „Zunge“ zusammen. Der antike Namen verrät, dass schlaue Leute schon vor tausenden von Jahren auf vaginales Lecken abgefahren sind. Mit Recht!

Das hocherogene Spielfeld erstreckt sich von Schenkel zu Schenkel und vom Venushügel bis zum After (wie es dort weitergeht, liest du übrigens hier: Annilingus!). Und besonders heiß wird es von den äußeren zu den inneren Schamlippen und um die Klitoris. Die Zunge und die Lippen sollten sich hier zu einem dynamischen All Star-Team vereinen – und sogar die Zähne können für ein sinnlich-sanftes Knabbern ins Spiel gebracht werden. Die Hände sollten dabei die Brüste und den Po auch nicht ganz vergessen.    

Egal, ob eine Frau oder ein Mann eine Frau cunnilingual verwöhnt: die Vielzahl an Möglichkeiten, Sinnlichkeiten und Härtegraden lässt keine Wünsche offen.

Bevor es ins Detail geht – oder ins Bett, auf den Küchentisch oder auf eine Waldlichtung – sollte euch eines klar ein: Cunnilingus lebt zu einem gewissen Teil von individuellen Empfindungen und Vorlieben. Jedes Leck-Pärchen muss sich einspielen. Aber bevor es zu diesen Feinheiten kommt, könnt ihr schon mal unsere Basic-Tipps mit Extase-Garantie anwenden!

Tipp 1 - „Windbeutel-Training! ... hä?“

Ja, richtig gelesen. AnfängerInnen und die, die einfach nicht das leidenschaftliche Feedback erhalten haben, dass sie sich gewünscht haben, sollten üben! Und das geht auch erst mal ohne Partnerin: Gehe zu deiner Lieblingsbäckerei und gönn dir eine Ladung Windbeutel mit Vanillecreme-Füllung. Dann beißt du ein Loch in den Teig und leckst die ganze Füllung genüsslich aus: kreisend, saugend, schnell und langsam. Das ist nicht nur lecker, sondern macht dich auch zum/zur besseren LeckerIn. Diese Art der Praxiserfahrung hilft wirklich, denn oft ermüdet die Zunge zu schnell in der Vagina oder es fehlt schlichtweg an Geschick und Koordinationsvermögen.  

Tipp 2 -“Daumen hoch für die Klitoris”

Wenn du die Klitoris oral stimulieren möchtest, lege eine Hand waagerecht über den Venushügel, sodass die Daumenkuppe direkt über der Klitoris liegt. Baue etwas Druck mit dem Daumen auf und ziehe ihn leicht nach oben: So hebt sich die Klitoris und liegt präsenter vor dir. Die leichte Spannung intensiviert zusätzlich dein Lecken. Du kannst auch beide Hände auflegen und mit beiden Daumen leicht nach oben und nach außen ziehen – das offenbart dir die gesamten Heiligtümer noch stärker.  

Tipp 3 - “Trommelwirbel und Grande Finale“

Der Cunnilingus kann ein Vorspiel sein – oder ein eigenständiges Highlight. Und deshalb verdient er auch selbst ein kleines Vorspiel. Bevor du mit deiner Zunge überhaupt in die Nähe der äußeren Schamlippen kommst, solltest du vorher eine Art oralen Trommelwirbel entfachen – dann kann sie das Grande Finale kaum erwarten! Arbeite dich mit Küssen, kleinen Leckereien und Massagen von den Füßen über die Schenkel langsam zur Vagina vor. Oder vom Po nach vorne oder von den Nippeln über den Bauchnabel nach unten zum Venushügel. Das steigert die Lust, die Begierde und natürlich die Durchblutung der Vagina: Das macht sie umso sensitiver für orale Liebkosungen.  

Tipp 4 - „Selbst Spaß haben!“

Cunnilingus verwöhnt in erster Linie deine Partnerin, aber dein eigenes Vergnügen sollte nicht erst nach, sondern auch schon während „der Arbeit“ aufkommen!

Achte zum Beispiel darauf, dass ihr beide deine angenehme Position einnehmt. Lange und bequem durchhalten zu können, ist die halbe Performance. Variiere auch mal deine Zungenbewegungen und gib deiner Zunge sogar mal Pausen – arbeite währenddessen mit den Fingern oder spannenden Toys. Deine Zunge ist zwar der Hero in diesem Akt, aber schließlich hat jeder große Superheld seinen Sidekick ;-)

Und: Achte aufmerksam darauf, welche Spots und Bewegungen gut ankommen und welche weniger. Denn DU hast automatisch mehr Spaß, wenn SIE mehr Spaß hat. 

Tipp 5 - „Kreativ & strategisch – wild & fokussiert“

Der Cunnilingus lebt von einem sinnlichen Spiel aus Gegensätzen und überraschender Abwechslung!

Deine Lippen können beispielsweise knabbern, küssen oder auch mal leicht saugen. Deine Zunge kann tief penetrieren, leicht mit der Spitze kitzeln oder lange und langsam entlangfahren. Du kannst sie vertikal, horizontal, kreisend oder schnell und langsam einsetzen. 

Versuche leichtes Pusten zum Abkühlen, wenn es (zu) heiß hergeht und lass dich auch mal mehr gehen, wenn es zu monoton wird.

Finde in der Vielzahl der Möglichkeiten deine – oder vielmehr eure – Paradedisziplin, hebe sie dir bis zum Schluss auf und katapultiere sie damit explosionsartig zu ihren höchsten Höhepunkten.

Grundsätzlich ist wichtig, dass es beide möglichst bequem haben, nicht verkrampft sind und die Leckerin/der Lecker „freie Bahn“ hat. Ob ihr euch zum Lecken zwischen den Beinen, von vorne, von hinten, seitlich, im Stehen, im Sitzen oder im Liegen nähert, spielt eigentlich keine Rolle. Der Fokus liegt auf den Details: siehe unsere Leck-Tipps!

Wir haben euch natürlich trotzdem mal die sechs beliebtesten Stellungen gebündelt, die ihr im Repertoire haben solltet:

  • Klitoris-Vorspiel: Sie liegt auf dem Rücken und behält die Beine geschlossen – dem/der LeckerIn bleibt ausschließlich Zugang zur Klitoris. Das macht Lust auf mehr. Viel mehr!

  • Seitlich: Sie liegt auf ihrer linken oder rechten Seite – optimal, wenn eine Seite ihrer Vagina intensiver zu stimulieren ist (kommt vor, einfach ausprobieren!).

  • Im Sitzen: Sie sitzt bequem und breitbeinig auf einem Stuhl/Tisch, etc. – LeckerIn kniet/sitzt davor.

  • Im Stehen: Sie lehnt gegen eine Wand – LeckerIn kniet vor ihr: den Leckerbissen auf Augenhöhe. Next Level: Sie legt ein Bein über die Schulter des/der LeckerIn.

  • „Doggy-Lingus“: Auf allen Vieren reckt sie ihre Vagina rücklings erwartungsvoll nach oben – die Zunge kommt von hinten.

  • Facesitting: Der legendäre Ritt auf dem Gesicht! Die FAQs gibt’s im nächsten Absatz.

Facesitting, das zurecht auch als Queening bezeichnet wird, bringt Frauen in ihr persönliches Königreich der Orgasmen. Das sollte man darüber wissen:

„Darf ich mich richtig auf das Gesicht meines Partners/meiner Partnerin setzen?“ Nein, anfangs lieber nicht. Das kann zu Verletzungen, Atemnot und somit zu enormem  Spaßverlust führen. Die Geleckte sollte sich hauptsächlich auf ihren Beinen abstützen, nicht auf dem Gesicht. Wer auf (leichtes) Aufsitzen steht, kann die Grenzen aber gerne sachte ausloten.  

Facesitting-Fetisch-Facts: Im BDSM heißt das intensive Aufsitzen beim Facesitting „Fullweight“. Bei „Reverse“ blickt der/die LeckerIn direkt in den Anus, bei „Drowning“ drückt man seine/n LeckerIn sogar unter Wasser und beim „Asphyx“ sitzt die Frau so intensiv auf, dass mit gewollter Atemreduktion gespielt wird. Beim „Jeanssitting“ bleibt sogar die Hose an – hier geht es mehr um die Dominanz.

„Ist Facesitting anstrengend?“ Es macht so viel Spaß, dass man eigentlich keine Anstrengung wahrnimmt.

Tipp: Es kommt besonders gut, wenn sich die Geleckte über sich an etwas festhalten kann. Das entlastet und lockert gleichzeitig das Becken auf.

„Läuft meine Partnerin dann in mein Gesicht und meinen Mund aus?“ Wenn du gut bist, vermutlich schon. ;-) Besprecht das offen und legt zur Not kleine Pausen zum Abtrocknen en.  

Tipp: Für Quickies mit Fremden und das Eindämmen von Körperflüssigkeiten im Mund (falls man das absolut nicht mag) sind Lecktücher ein perfektes Helferlein: man leckt gefühlsecht, bleibt aber „sauber“.  

Die Zunge ist eines der grandiosesten Sexspielzeuge aller Zeiten – aber sie braucht ab und zu eine Pause. Doch nicht nur als Pausenfüller, sondern auch als Teamkollegen, lassen sich Sex-Toys grandios integrieren! Besonders prickelnd wird es mit E-Stim-Toys: Sexspielzeuge, die mit lustvoll dosierten Stromimpulsen eure Schambereiche zu pulsierenden Lustzonen machen – vom Vorspiel bis hin zu multiplen Orgasmen.

Diese drei Toys sollte man in seinem Leck- Repertoire haben:

  • Buttplug mit E-Stim: Ein grandioser Begleiter im Hinter(n)grund für deine oralen Zuwendungen an der Vagina. Sanft dosiert, stielt er dir nicht die Show, aber macht deine Performance garantiert unvergesslich. Stell dich auf Zugaben ein ...!  

  • E-Stim Vibrator: Wenn deine Zunge Pause macht, kommt er ins Spiel. Oder auch als prickelndes Vorspiel – und deine Zunge erntet danach die stöhnenden Lorbeeren.

  • Handschuhe mit E-Stim: Für prickelnde Massagen und Streicheleinheiten während des Cunnilingus. Eine bebende Ganzkörpererfahrung – und deine Zunge dringt tief ins Epizentrum der Lust ein.

Aber Achtung: Mit den E-Stim-Handschuhen nicht in Herznähe oder am Kopf massieren – weder bei der Partnerin, noch nahe am eigenen Kopf beim Lecken! Bauch, Beine und Po sind unbedenkliche Regionen und unglaublich sinnlich.    

Das Gefühl von vaginaler Sauberkeit ist für viele Menschen unterschiedlich. Sowohl als aktiver, als auch als passiver Part. Achtet vor dem Cunnilingus darauf, dass eure Vagina sauber ist und dass ihr gerade nicht unter Juckreiz oder anderen Symptomen für einen vaginalen Infekt leidet.

Bei Leckern/Leckerinnen gibt es sehr verschiedene Vorlieben oder auch Abneigungen. Manche mögen einen leichten Körpergeruch oder Schweiß, weil es der intime Geruch der Angebeteten ist, der ihn/sie geil macht – für andere ist das ein komplettes No-go.

Auch der Geschmack der Vagina und der entstehenden Körperflüssigkeiten kann unterschiedlich sein. Aber den kann man gut beeinflussen: Gegen unangenehme Gerüche und Geschmäcker hilft das Verzichten auf Alkohol, Zigaretten, Knoblauch und Zwiebeln sowie intensive Gewürze. Süße Fruchtsäfte aus Ananas oder Blaubeeren sorgen für süße Aromen (das gilt übrigens auch für Sperma, Jungs!).